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Was ist Glück? – Diese Frage stellt die aktuelle Ausstellung „Glück - welches Glück” des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Vom 6. März bis zum 2. November 2008 besteht Gelegenheit, auf einem „fantasievollen Erlebnisparcours” den unterschiedlichen Aspekten des Glücks nachzugehen.
„Wie wollen wir leben? An welchen Werten wollen wir uns orientieren?” Die Glück-Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums will sich existentiellen Kernfragen stellen. Dabei geht es ihr weder um eine museal-distanzierte
kulturhistorische Darstellung noch um vermeintlich einfache
Rezepte à la „Glücklich - superleicht und supergünstig in nur 2 Tagen”. Die Ausstellungsmacher wollen informieren und die Besucher anregen, über das Glück – ihr Glück – nachzudenken.
Für die Kuratorin und Projektleiterin Dr. Claudia Banz war die Ausstellung eine ganz besondere Herausforderung, „weil das natürlich ein Thema ist, das einen ganz persönlich betrifft.” Ganz bewußt hat sie sich dieser Herausforderung gestellt: Die Ausstellungsmacher haben „ihre ganz persönlichen Vorstellungen von Glück verbunden mit Glücksthemen, die momentan gerade in der Politik, in der Ökonomie, in der Glücksforschung diskutiert werden und aus diesen verschiedenen Themen sogenannte visuelle Denkräume geschaffen.” (Claudia Banz)
Meschac Gaba macht es, wie er im Video zur Ausstellung auf der Museums-Website mitteilt, „Spaß, das Glück darzustellen”. Der ins Amsterdam lebende Künstler aus Benin, der schon auf der documenta XI und der Biennale in Venedig auftrat, ist künstlerischer Leiter, und ,Inszenator’ der Ausstellung. Er geht noch einen Schritt weiter als Banz und will das Glück für die Besucher „sichtbar und erlebbar machen”. Gaba stellt seinen künstlerisch-menschlichen Zugang zum Glück im Video vor: „Ich dachte zunächst an das Leben allgemein. Es besteht aus verschiedenen Bewußtseinszuständen. Um diese darzustellen, dachte ich mir Räume aus. Los geht es im Raum über die Liebe. Wenn man über Glück nachdenkt, darf die Liebe nicht fehlen. Es geht um die Liebe zur Natur, die Liebe zu einer Frau oder die Liebe zum Reisen. Man findet aber auch die Liebe zum Denken, zur Utopie. In der Installation zum Thema Utopie gibt es die Möglichkeit, verschiedenen Menschen zuzuhören, die über ihre Träume reden.” (Meschac Gaba)
Prof. Dr. Gerhard Schulze ist Soziologe an der Universität Bamberg, anerkannter Experte zum „Fachgebiet Glück” und wissenschaftlicher Berater der Ausstellung. Seiner Auffassung nach, die er uns im sehenswerten Interview-Video auf der Homepage zur Ausstellung verrät, entsteht das Glück erst „in der Einheit von Körper und Geist”. Mit der Ausstellung will er zeigen, „wie der Mensch ist, und dass die Frage nach dem Glück zum Menschen
dazugehört. WIr wollen zeigen, wie Menschen mit dieser Frage ganz
unterschiedlich umgehen.” Unserem modernen Streben nach Glück steht er ambivalent gegenüber: „Man sollte nicht vergessen, was die Österreicher über das Thema Glück sagen: Das Glück ist ein Vogel, und je mehr man sich abstrampelt, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sich dieser Vogel auch niedersetzt. Und dennoch glaube ich: Man kann ein paar Prinzipien formulieren, dass jeder das Recht auf Glück hat, dass man sich anstrengen muss für das Glück, dass man aktiv sein muss, seine Sinne schärfen muss, eine wache Wahrnehmung braucht, und drittens, dass Glück auch mit Fähigkeiten zu tun hat, die man in langfristigen Lernprozessen erwirbt...”
Persönlich hat seine Beschäftigung mit dem Glück ihm geholfen, sich sein Glück auch zu erlauben: „Wenn ich an mich ganz persönlich denke, ob mir das Nachdenken über das Glück was gebracht hat, dann muss ich eindeutig ja sagen. Bei mir war's jedenfalls das Wegräumen einer Art von Hintergrund-schlechten-Gewissens: Man darf doch eigentlich gar nicht das Glück ins Zentrum stellen. Man soll bescheiden sein. Das soll man auch - in Grenzen - aber: Glück ist erlaubt!” (Gerhard Schulze)
„Ich denke, es ist uns gelungen, auf sehr spannende Art und Weise eine Ausstellung zu produzieren, die sehr anregen wird, über diese Frage, was ist Glück, nachzudenken.” So Gisela Staupe, stellv. Direktorin des Deutschen Hygiene-Museum, Dresden.
Was ist Glück? Was denken Sie?
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Verweise in die Netzwelt:
Homepage des Deutschen Hygiene-Museums, Dresden
Homepage zur Ausstellung Glück – welches Glück
Homepage des wissenschaftlichen Beraters Prof. Dr. Gerhard Schulze
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